Punkt Pent-4: Gab es Vorauswissen über den Angriff auf das Pentagon?

<< Previous Point, Next Point >>

Die offizielle Darstellung

Wie vom Weißen Haus und dem Pentagon immer wieder betont wurde, war der Überraschungseffekt ausschlaggebend für den Erfolg der Anschläge am 11. September:

  • Präsident George W. Bush erklärte: „Sie [al-Qaida] haben auf eine Art und Weise zugeschlagen, die unvorstellbar war.“ [1]
  • Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte: „So etwas wäre niemals jemandem in den Sinn gekommen.“ [2]
  • General Richard Myers, stellvertretender Kommandeur der Joint Chiefs of Staff, erklärte: „Man sagt das nur sehr ungern, aber über so etwas hatten wir nicht nachgedacht.“ [3]
  • Ari Fleischer, Pressesprecher des Weißen Hauses, sagte: „Niemals hätten wir uns vorstellen können, was am 11. September geschah, dass jemand diese Flugzeuge als Raketen und Waffen benutzt.“ [4]
  • Die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice erklärte: „Ich glaube, niemand hätte vorhersagen können, dass diese Leute ein Flugzeug nehmen und es ins World Trade Center krachen lassen, ein weiteres Flugzeug nehmen und es ins Pentagon krachen lassen … dass sie versuchen würden, ein Flugzeug als Rakete zu nutzen, ein entführtes Flugzeug als Rakete.“ [5]
  • Oberstleutnant der Luftwaffe Vic Warzinski, Sprecher des Pentagons, sagte: „Das Pentagon wusste schlichtweg nicht, dass dieses Flugzeug in unsere Richtung unterwegs war. Ich glaube, vor den Ereignissen vom Dienstag hätte niemand mit etwas Derartigem gerechnet. Es gab keine Andeutungen, keine spezielle Warnung, die jemand mit einer halbwegs vernünftigen Weltsicht hätte glauben lassen, dass dies eine Bedrohung für uns ist, mit der wir zu rechnen hätten.“ [6]
Die „Besten Beweise

Die folgenden Belege deuten darauf hin, dass der Angriff auf das Pentagon alles andere als überraschend kam: [7]


I. Militärmanöver vor 9/11, die davon ausgingen, dass Flugzeuge ins Pentagon gesteuert wurden

  • 1999 führte NORAD Übungen zu Flugzeugentführungen durch, bei denen Flugzeuge ins Pentagon und ins World Trade Center geflogen wurden. [8]
  • Das US-Militär hielt eine Übung ab vom 24. bis 26. Oktober 2000, bei der geübt wurde, wie zu reagieren sei, wenn ein Flugzeug ins Pentagon stürzt. Ersthelfer des Pentagons und aus Arlington County versammelten sich in einem Konferenzraum im Verteidigungsministerium zu einer Übung unter der Annahme, dass der Absturz eines Verkehrsflugzeugs auf das Pentagon 341 Menschenleben gekostet hätte. [9]
  • Im Mai 2001 übte das medizinische Personal des Verteidigungsministeriums für ein Szenario, bei dem „Ein gesteuerter Flugkörper in Form eines entführten 757-Passagierflugzeugs“ ins Pentagon gesteuert wurde. [10]


II. Flugwarnungen für Regierungsvertreter

In den Medien wurde wiederholt berichtet, dass Sicherheitsquellen das Pentagon und andere Funktionäre davor gewarnt hatten, am 11. September zu fliegen:

  • In einem Artikel über solche Warnungen schrieb Newsweek: „Wie Newsweek erfahren hat, sagte eine Gruppe ranghoher Pentagon-Mitarbeiter am 10. September schlagartig ihre Reisepläne für den nächsten Morgen ab. Grund waren offensichtlich Sicherheitsbedenken.“ [11]
  • Der Bürgermeister von San Francisco Willie Brown erhielt am späten Montagabend eine Reisewarnung aus Kreisen, die er als seine „Leute für Flughafensicherheit“ bezeichnete. [12]
  • Salman Rushdie wurde durch einen Notfallbeschluss der FAA daran gehindert, in der Woche des 11. September 2001 zu fliegen. [13]


III. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagt unmittelbar bevorstehende Angriffe auf das Pentagon zweimal voraus

  • Am Morgen des 11. Septembers hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der damals Zustimmung für eine Ausweitung des Raketenschilds suchte, für 8 Uhr bis 8 Uhr 50 zu einem Frühstück im Pentagon eingeladen. Die Veranstaltung war gut besucht mit Rumsfeld wohlgesonnenen Vertretern aus dem Repräsentantenhaus. Als um 8:46 Uhr der erste Turm des World Trade Centers getroffen wurde, näherte sich das Treffen gerade seinem Ende. Berichten zufolge erklärte Rumsfeld während der Veranstaltung: „Irgendwann in den nächsten zwei, vier, sechs, acht, zehn, zwölf Monaten könnte es irgendwo in der Welt zu einem Ereignis kommen, das schockierend genug ist, dass es die Menschen wieder daran erinnert, wie wichtig ein starkes, gesundes Verteidigungsministerium ist.“ [14]

  • Christopher Cox, der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Repräsentantenhaus, berichtete, dass Rumsfelds bei einem anschließenden Treffen in Rumsfelds Büro präzisier geworden sei. Cox:
    „Nur Augenblicke, bevor das Verteidigungsministerium von einem Selbstmord-Kidnapper getroffen wurde, beschrieb mir Minister Rumsfeld, worauf sich Amerika konzentrieren müsse, was die wahre Bedrohung für uns im 21. Jahrhundert sei – Terrorismus und das Unerwartete …

    ‚Wenn wir anfällig für Raketenangriffe bleiben, könnte eine Terrorgruppe oder ein Schurkenstaat, die über die Fähigkeit verfügen, die USA oder ihre Verbündeten aus großer Entfernung anzugreifen, das gesamte Land erpressen oder mit Atomschlägen oder anderen Angriffen drohen‘, sagte der Minister. ‚Und eines kann ich Ihnen sagen: Es wird einen weiteren Vorfall geben … es wird einen weiteren Vorfall geben.‘ “ [15]

    Wie The Telegraph berichtete, befand sich Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in seinem Büro im Ostflügel des Gebäudes in einem Meeting mit Christopher Cox. Wie sich Mr. Cox erinnerte, sah sich Mr. Rumsfeld die Berichterstattung aus New York an und erklärte: „Glauben Sie mir, das ist noch nicht vorüber. Es wird einen weiteren Angriff geben und der könnte uns treffen.“ [16]

    Augenblicke später traf das Flugzeug das Pentagon. (Für Rumsfeld stellte der Angriff keine Gefahr dar, denn sein Büro lag auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes.)


IV. Ein Geheimdienstler warnt NBCs Pentagon-Korrespondenten Jim Miklaszewski vor Angriff auf Pentagon

Irgendwann zwischen 9:03 und 9:37 Uhr sagte Jim Miklaszewski, der Pentagon-Korrespondent des Senders NBC vor laufender Kamera:

„Das Wort ‚Terrorismus‘ hörte ich das erste Mal von offizieller Seite, kurz nachdem das zweite Flugzeug eingeschlagen war. Ich traf einen Mitarbeiter des amerikanischen Militärgeheimdienstes und fragte ihn: ‚Hey, was wisst Ihr?‘ Und er sagte: ‚Ganz offensichtlich handelt es sich um einen Terrorakt.‘ Und dann kam er ganz dicht an mich heran und, nachdem er ein paar Sekunden geschwiegen hatte, beugte er sich zu mir herüber und sagte: ‚Dieser Angriff war so gut koordiniert, dass ich an Ihrer Stelle den Rest des Tages vom E-Ring,‘ — wo sich das Büro der NBC befand — ‚dem äußeren Ring des Pentagons, wegbleiben würde, denn wir sind die nächsten.‘ “ [17]

Das Vorauswissen des Geheimdienstlers war unerklärlich präzise:

  1. Woher wusste er, dass das Pentagon als Nächstes angegriffen werden würde?
  2. Und selbst wenn er einfach nur richtig geraten hatte, dass das Pentagon das nächste Ziel sein würde – wie konnte er wissen, dass ausgerechnet der äußerste Ring, der E-Ring, das Ziel sein würde?
  3. Bei einem Flugzeugangriff auf eine der Außenmauern wäre natürlich der E-Ring in Mitleidenschaft gezogen worden. Aber warum sollte er glauben, dass der Angriff eine der nur etwa 25 m hohen Außenmauern zum Ziel hatte, wenn es doch viel einfacher wäre, das Flugzeug aufs Dach des Pentagons krachen zu lassen, wo es möglicherweise den Verteidigungsminister und einige der höchsten Offiziere hätte töten können?


V. Nur Minuten nach dem Angriff auf das Pentagon beschlagnahmt das FBI die Videobänder von Überwachungskameras

Am Morgen des 11. September gab es rund um das Pentagon Verkehrsstaus[18]

Ein Einsatzbericht des Justizministeriums beschreibt die Schwierigkeiten, die das FBI hatte, nach dem Angriff, der offiziell um 9:37 Uhr stattfand, zum Tatort durchzukommen:

„Das Beweissicherungsteam des FBI traf vor 10 Uhr ein und richtete sich in einem Rasenbereich ein Stück vom Heliport entfernt ein. Aufgrund der extrem verstopften Straßen benötigte das gesamte FBI-Kontingent mehrere Stunden, um die Strecke vom District of Columbia zum Pentagon zurückzulegen.“ [19]

Oberste Priorität des Beweissicherungsteams war es, „alle Flugzeugteile und anderen Beweisstücke vom Rasen an der Westseite des Gebäudes zu sichern, bevor die Feuerwehrleute und anderen Ersthelfer alles völlig zertrampelten.“ [20]

Trotz dieser Vorgaben und Prioritäten machten FBI-Agenten mindestens zwei Privatunternehmen aus, deren Sicherheitskameras den Angriff vielleicht aufgezeichnet hatten. Die FBI-Agenten beschlagnahmten die Videobänder dieser Firmen nur wenige Minuten, nachdem das Pentagon getroffen worden war:

  1. José Velásquez, den Leiter der Citgo-Tankstelle wurde vom Richmond Times-Dispatch interviewt: „Velasquez [sic] sagte, die Sicherheitskameras seien nahe genug am Pentagon dran, um den Moment des Einschlags aufgezeichnet zu haben. ‚Ich habe nie gesehen, was auf den Bildern drauf war‘, sagte er. ‚Das FBI war wenige Minuten später da und nahm die Aufzeichnung mit.‘ “ [21]
  2. „Eine Überwachungskamera auf einem Hotel in der Nähe des Pentagons könnte dramatische Aufnahmen gemacht haben, wie die entführte Boeing 757 in die westliche Mauer des Pentagons knallt. Hotelmitarbeiter sahen sich schockiert und zu Tode erschrocken die Aufnahmen wiederholt an, bevor das FBI das Video konfiszierte.“ [22]

Die FBI-Agenten, die so rasch auf der Bühne erschienen, um die Videoaufzeichnungen der Firmen zu beschlagnahmen, agierten anscheinend unabhängig von dem im Verkehr feststeckenden Beweissicherungsteam des FBI.

Fazit

Die Theorie, dass schon im Vorfeld bekannt war, dass am 11. September Anschläge stattfinden würden, wird auch in einem Konsenspunkt über World Trade Center 7 behandelt, in einem über Insider-Handel, einem dritten über die Rolle von Vizepräsident Cheney, was das Pentagon angeht, einem vierten über New Yoks Bürgermeister Rudy Giuliani, und einem fünften Konsenspunkt über die Entdeckungen der ‚Able Danger‘ Data-Mining-Operation.

Diese überzeugende Ansammlung von Beweisen lässt den Schluss zu, dass an verschiedenen Stellen Vorauswissen über den Angriff auf das Pentagon herrschte. Der Angriff auf das Pentagon (welcher Art er auch immer gewesen sein mag) erfordert eine vollständige und objektive Untersuchung mit der Befugnis, Zeugen vorzuladen.

<< Previous Point, Next Point >>

Quellenangaben für Punkt Pent-4
Presseaussendung des Weißen Hauses: „President Meets with Muslim Leaders“, 26. September 2001
Text: Rumsfeld on NBC’s ‘Meet the Press’ “, 30. September 30 2001
American Free Press Service, US Department of Defense (Verteidigungsministerium), 23. Oktober 2001
Air Attack on Pentagon Indicates Weaknesses [etwa: Luftangriff auf das Pentagon zeigt Schwächen auf]“ von Sylvia Adcock, Brian Donovan und Craig Gordon, Newsday, 23. September 2001
When a statement is made about the Pentagon being „attacked,“ it is often assumed that this means that the Pentagon was struck by an airplane. But evidence has not been adequate to establish the nature of the attack. What is known for certain is that there was an attack of some type, resulting in dozens of deaths.
Steven Komarow und Tom Squitieri: „NORAD had drills of jets as weapons [etwa: NORAD machte Drills mit Jets als Waffen]“, USA Today, 18. April 2004; und: Barbara Starr: „NORAD exercise had jet crashing into building [etwa: NORAD Übung ließ Jets in Gebäude krachen]“, CNN Washington Bureau, 19. April 2004
US Army. Military District of Washington: „Contingency planning Pentagon MASCAL exercise simulates scenarios in preparing for emergencies [etwa: Planung für Eventualfälle: MASCAL-Übung des Pentagons simuliert Szenarios in Vorbereitung auf Notfälle]“, 3. November 2000
Matt Mienka: „Pentagon Medics Trained for Strike [Medizinisches Personal des Pentagon für Angriff geschult]“, US Medicine, 1. Oktober 2001
Mark Hosenball: „Bush: ‘We’re at War’ “, Newsweek, 23. September 2001. Der The 9/11 Commission Report erwähnte diesen Bericht nicht.
Phillip Matier und Andrew Ross: „Willie Brown got low-key early warning about air travel [etwa: W. Brown wurde vor Flugreisen gewarnt]“, San Francisco Chronicle, 12. September 2001
James Doran: „Rushdie’s air ban [Rushdies Flugverbot]“, London Times (Times Online), 27. September 2001
„Secretary Rumsfeld Interview with Larry King“, Larry King Live, CNN, 5. Dezember 2001; Transkript
Chairman Cox’s Statement on the Terrorist Attack on America [etwa: Aussage des Vorsitzenden Cox über den terroristischen Angriff auf Amerika]“, Dienstag, 11. September 2001. Das Zitat aus seiner Pressemitteilung wurde am selben Tag von Associated Press aufgenommen: Robert Burns: „Pentagon attack came minutes after Rumsfeld predicted: ‘There will be another event’ [etwa: Angriff auf das Pentagon erfolgt Minuten nachdem Rumsfeld vorhersagte: ‘Es wird ein qweiteres Ereignis geben’]“, The Topeka-Capitol Journal (Associated Press), 11. September 2001.
William Langley: „Revealed: what really went on during Bush’s ‘missing hours‘ [etwa: Aufgedeckt: Was während Bushs ‘verlorengegangenen Stunden’ wirklich vorfiel]“, The Telegraph, 15. Dezember 2001.
Miklaszewskis Bericht aus dem Pentagon (nur audio): „9/11 News Oddities – Reporter Pre-Warned of Pentagon Attacks“, NBC News, 11. September 2001. Für Video-footage von Mr. Miklaszewski siehe Massimo Mazzuccos Dokumentarfilm „September 11: The New Pearl Harbor“ (@IMDb) bei 1:15:22 bis 1:16:18 (oder dieses kurze (1,5 min) Exzerpt daraus).
Pentagon Eyewitnesses’ Traffic Descriptions: Witnesses described heavy traffic conditions around the Pentagon [etwa: Verkehrsbeschreibungen von Pentagon-Augenzeugen: Zeugen beschrieben schwere Verkehrsstaus rund um das Pentagon]“, ohne Datum, [© 2003-2004]
Arlington County After-Action Report on the Response to the September 11 Terrorist Attack on the Pentagon“, Titan Systems Corporation under contract to Dept. of Justice (im Auftrag des Justizministeriums), o. D. [2002], Annex A, S. A-22. „The Crime Scene Team [was] onsite 30 minutes after the attack. Special Agent John Adams began organizing the FBI Evidence Recovery Team on a grassy site. [etwa: Das Tatortuntersuchungs-Team war 30 Minuten nach dem Angriff vor Ort. Special Agent John Adams begann damit, das FBI-Beweissicherungsteam auf einem Rasenstück zu organisieren]“, S. C-45.
Patrick Creed und Rick Newman: „Firefight: Inside the Battle to Save the Pentagon on 9/11 [Feuerbekämfung: Mitten in der Schlacht um das Pentagon am 11.9. zu retten]“, Presidio Press, 2008, S. 80
Bill McKelway: „Three Months On, Tension Lingers Near the Pentagon [etwa: Drei Monate später herrscht immer noch Spanung in der Nähe des Pentagons]“, Richmond Times-Dispatch, 11. Dezember 2001.
Bill Gertz und Rowan Scarborough: „Inside the Ring [Im Ineren des Rings]“, Washington Times, 21. September 2001

 

Kommentare sind geschlossen